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Anmerkungen Teil 4 und Schluss

GA 4, 1920, [K 213], 792:

41ff.  “M-e ... Herr’n!!” ] Jetzt in: Das große Roda-Roda-Buch. Reinbek 1990, S. 152.

GA 4, 1920, [K 214], 792:

Entstehung (“Aber gern [...] Abzug.”) s. UL, 20.10.1920, 297.

42 ganzen Deutschland ] UL, 20.10.1920, 297.

10ff. “Ich fahre ... sprechen!” ] In sein Blaues Tagebuch schrieb KT (20.10.1920): “In dem Brief stand:  ,ich fuhr mit einem Freund -- ‘ Und heute noch, heute [2.3.1923], obgleich ich gar kein Recht dazu hatte - es ging mir ganz durch [...] - wahrscheinlich hieß es nur ,Bekannter‘ - hieß es doch nur  Bekannter! Es war mir scheußlich.” (s. UL, 2.3.1923, 321).

GA 4, 1920, [216], 457:

22 den uniformierten Jochen ] Evtl. Prinz Joachim Albrecht - vgl. [51].

GA 4, 1920, [K 216], 795:

29 Die Formulierung und der Wahlaufruf sind auf ein geflügeltes Wort zurückzuführen (“Alles ist aufs beste bestellt in der besten der möglichen Welten.”), dessen Urheber Voltaire (1694-1778) ist, mit dem dieser in seinem Roman Candide ou l’optimisme (1759; frz. Candide oder der Optimismus ) einen  Gedanken des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) verspottet - vgl. Büchmann, II,  405; s. a. Kommentar [108; 12].

GA 4, 1920, [K 223], 800:

21 Verbiete du ... spinnen ] Zitat aus Goethe, Torquato Tasso, V, 2 (“Verbiete du dem Seidenwurm  zu spinnen, wenn er sich schon dem Tode näher spinnt.”), WA I.10, 229 (Z 3083f.) - HA 5, 156 und Kommentar S. 555. Dieses geflügelte Wort wurde auch von SJ benutzt (s. SJB, 21.6.19212), 95) - Büchmann, I, 188.

GA 4, 1920, [224], 471:

28 Falle ] Bett (s. Der Richtige Berliner 81921, 49).

36 Kaschemmenfesten ] Kaschemme (Gaunersprache) Kneipe von üblem Ruf (s. Der Richtige Berliner  81921, 84).

37 Mauscheln? ] Kartenspiel (s. Hans Ostwald: Lexikon der Rinnsteinsprache. Berlin 1906, S. 101).

37 Cœur ] Frz. Herz.

GA 4, 1920, [226], 473:

15 Bürgergeneral Noske ] s. [168; 0] und Kommentar.

GA 4, 1920, [228], 479:

75 stinkts zum Himmel ] Nach 1. Mos. 4, 10 (u. ö.) (“Es schreit zum Himmel”) - Büchmann, I, 16.

GA 4, 1920, [230], 481:

9 May ... Langweiligkeit ] KT in GW 1, 1918, 319: “ - mir ist der Bursche immer als Ausbund der  Fadheit vorgekommen - ”.

GA 4, 1920, [230], 482:

38 Das lob ich mir. ] Nach Goethe, Faust I, Auerbachs Keller (“Mein Leipzig lob’ ich mir!”) - WA I.14, 103 (V 2171), HA 3, 70 - Büchmann, I, 191.

GA 4, 1920, [231], 808:

39 Adlon ] Hotel “Adlon”, Berlin, Unter den Linden 1, am Pariser Platz (1905-1907 erbaut). 1907 eröffnet - 300 Zimmer.

82 Eden-Hotel ] Berlin, Kurfürstendamm 246 / 247 am Zoologischen Garten (heute: Dreieck Budapester, Nürnberger und Kurfürstenstraße) - 1912-1913 erbaut. 1913 eröffnet - 160 Zimmer. 1919 vom Stab der Garde-Kavallerie-Division als Quartier benutzt; in dem Hotel sind Rosa Luxemburg und Karl  Liebknecht unmittelbar vor ihrer Ermordung verhört worden.

40f. Hotelbetriebsgesellschaft ] st. Cafe ls. Café.

GA 4, 1920, [233], 493:

128 Gesundbrunnen ] Um 1921 Stadtteil im Norden Berlins; heute zum Stadtbezirk (Berlin-) Wedding  gehörig; S- und U-Bahnhof.

GA 4, 1920, [233], 494:

163f. “Bei mir? -Ocke.” ] Ab 1923 wurden die “Bei mir?”-Fragen zur “geistigen Influenz” (vgl. Der  Richtige Berliner 91925, 245) - SJ an KT (s. SJB 21.5.192410), 173): “Bei mir: Schiefertafel.” - svw. Auf mir / mich kannst du rechnen.

GA 4, 1920, [K 233], 811:

108 olet! ] Lat. es stinkt - Nach dem Satz des Vespasian “Non olet” (“Es stinkt nicht.”) auf den Vorwurf  seines Sohnes Titus, daß auf Bedürfnisanstalten Steuern erhoben würden. - Büchmann, II, 608.

108 olet ] st. pecuniam ls. pecunia.

112 Esplanade ] Hotel “Esplanade”, Bellevuestraße 16-18 A - 1908 erbaut, 1912 erweitert - 300 Zimmer (vgl. Baedeker 191921, 170).

GA 4, 1920, [237], 504:

8 Gaudemiché ] recte: Godemiché - Künstl. nachgebildeter erigierter Penis.

17 halten zu Gnaden ] Nach Schiller, Kabale und Liebe, II, 6.

GA 4, 1920, [237], 505:

34 halten zu Gnaden ] Nach Schiller, Kabale und Liebe, II, 6.

43 Verschieb ... schieben kannst ] Parodie auf den Anfang des Gedichts “Der Liebe Dauer” von  Ferdinand Freiligrath (1810-1876) (“O lieb, so lang du lieben kannst”) - Büchmann, 1914, 203 - SJ an KT (s. SJB, 13.6.1921, 93): “O kleb, so kurz du kleben kannst [...]”.

51 halten zu Gnaden ] Nach Schiller, Kabale und Liebe, II, 6.

GA 4, 1920, [240], 818:

3 st. Portepée ls. Portepee - Silberne oder goldene Quaste am Degen, Säbel oder Dolch.

GA 4, 1920, [241], 512:

0 Der Zensor geht um! ] Parodie auf einen (berlin.) Spielvers (“Dreht euch nicht um! / Der Plumsack  jeht rum!”) - s. Der Richtige Berliner  21879, 47 - Der Richtige Berliner 81921, 207 (Nr. 91).

4ff. Hans ... probiere! ] Parodie auf einen (berlin.) Kindervers (“Hans, mein Sohn wat machste da? /- Vater, ick studire. / Hans, mein Sohn, det kannste nich! / Vater, ick probiere.”) (s. Der Richtige Berliner 41882, 115 [Nr. 15]) - erweitert in: Der Richtige Berliner 81921, 199 [Nr. 16]).

8f. Slevogt ... dran! ] Parodie auf einen (berlin.) Kindervers (“Kaiser, König, Edelmann / Bürjer, Bauer, Bettelmann”) (Der Richtige Berliner  21879, 75 [Nr. 10]) - Der Richtige Berliner 81921, 209  [Nr. 110]) - zugleich Anlehnung an den Schluß eines Abzählverses.

GA 4, 1920, [242], 515:

29f. Erziehung ... träumen ließ ] Anlehnung an Shakespeare, Hamlet, I, 5 (“Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden / Als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.”) - Büchmann, II, 429.

GA 4, 1920, [242], 517:

105f. As ... Melone ] As (Jidd.) - Wenn; Levone (lewóne) (Jidd.) Mond; treifne - (tréjf(e)n) - (Jidd.)  anrüchig; ruchlos.

GA 4, 1920, [243], 520:

26f. Kurz ... Liebe! ] Parodie auf Schiller, Die Jungfrau von Orlenas, V, 14 (Schlußvers: “Kurz ist der Schmerz, und ewig ist die Freude!”) - Büchmann, I, 260.

GA 4, 1920, [245], 525:

30 keinen Vater mehr ] KTs Vater starb am 1.11.1905.

33 Wahrlich, ich sage ] Von KT sehr häufig parodierend benutzte Wendung, mit der Jesus sprach  (z. B. Matth. 19, 23).

41 Schande ... passieren ] KTs Dissertation war 1914 zunächst in Jena zurückgewiesen und ihm nochmals zur Überarbeitung überlassen worden, bevor die Juristische Fakultät ihm 1915 die Doktorwürde verlieh.

44f. Onkel ... Leben!” ] In Vorsätze, dort ist ebenfalls von einer “schönen Prinzessin” die Rede,  schließt KT: “Ich werde meinem Onkel schreiben, daß ich Geld brauche.” (s. GA 1, 1907, [2; 11f.], 8  und Kommentar S. 446). Vermutl. ist jeweils KTs Onkel Max Tucholski gemeint.

GA 4, 1920, [245], 528:

132 zehn Semester Jus ] KT studierte sechs Semester Jura.

143f. “Quel qu’un - ... quel qu’un-?” ] Nicht emend. zu quelqu’un - Frz. jemand.

152f. Polyglott Kunze ] Von KT mehrfach erwähnt: GA 5, 1922, [71; 65f., Komm. 712f.], [149; 84f.], 342; GW 3, 1924, 391 - Hans Reimann rezensierte (in WB 28, 13.7.1926, 56-60) Sammy Groenemann:  Hawdoloh und Zapfenstreich. Berlin: Jüdischer Verlag. Er zitiert (S. 57) eine Begebenheit, in der  der weißruthenische Polyglott Kunze eine Rolle spielt.

GA 4, 1920, [245], 529.

174 Gott ... gnädig ] Parodie auf die Worte des Zöllners (!) “Gott, sei mir Sünder gnädig!” (Luk. 18, 13) - Büchmann, I, 87.

GA 4, 1920, [245], 531:

261f. “Ich ... Schafe ] Parodie auf das Morgenlied von den Schäfchen aus Des Knaben Wunderhorn; dessen zweite Strophe lautet: “Schlaf, Kindlein, schlaf, / Am Himmel ziehn die Schaf, / Die Sternlein sind die  Lämmerlein, / Der Mond, der ist das Schäferlein, / Schlaf, Kindlein, schlaf!” (s. Des Knaben Wunderhorn. Jetzt: Müchen 1963, Bd. III, 200).

GA 4, 1920, [K 245], 824:

39 in Jena studiert?” ] Zu KTs Studiengang s. Helga Bemmann: Kurt Tucholsky. Ein Lebensbild. Berlin 1990, S. 59-65.

39 st. Vgl. unten 131f. ls. 132f.

GA 4, 1920 [K 245], 825:

235 vortragender Rat ] Art. 109 Abs. 4 WRV bestimmte “Titel dürfen nur verliehen werden, wenn sie ein  Amt oder einen Beruf bezeichnen [...]” Vgl. Kurt Tucholsky: Sprache ist eine Waffe.  Zusammengestellt von Wolfgang Hering. Reinbek 1989, Kommentar S. 161; s. a. Kommentar zu [103; 1f.].

257 st. das Schlaflied ,Guten Abend, gut’ Nacht! / Mit Rosen bedacht’ ls. das Schlaflied Gute Nacht, mein Kind (s. Des Knaben Wunderhorn. Jetzt: Müchen 1963, Bd. III, 206), dessen erste Strophe beginnt: “Guten Abend, gute Nacht, / Mit Rosen bedacht, / Mit Näglein besteckt, / Schlupf unter die Deck;  [...]”.

GA 4, 1920, [246], 535:

27 Ein Blick ... Hemde ] Anlehnung an die Redewendung “Een Schlag un de Nese sitzt hinten.” (s.  Der Richtige Berliner 81921, 250); von KT - in abgewandelter Form öfter benutzt: GA 5, 1921,  [2; 26], 11 und GA 5, 1921, [92; 59f.], 215 (ohne Kommentar); GA 9, 1927, [48; 10f.], 300; GW 8,  1930, 181.

GA 4, 1920, [248], 537:

5 Vater ... Amen ] Parodie auf den Anfang des Gebets Das Vaterunser (“Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde dein Name.”).

GA 4, 1920, [248], 538:

51 spionageverdächtiger Ausländer ] Evtl. Anspielung auf Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, I, 1 / I, 1 - S 10, bes. S. 73-75).

58f. “Religion” ... ausgefüllt ] Art. 136 Abs. 3 WRV: Niemand ist verpflichtet, seine religiöse  Überzeugung zu offenbaren. Die Behörden haben nur soweit das Recht, nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft zu fragen, als davon Rechte und Pflichten abhängen oder eine gesetzlich angeordnete statistische Erhebung dies erfordert.”

GA 4, 1920, [248], 539:

71f. inhaltsschwere Worte ] Anspielung aus Schiller, Die Worte des Glaubens (“Drei Worte nenn’ ich euch, inhaltschwer [...] / Die drei Worte bewahrt euch inhaltschwer.”).

GA 4, 1920, [K 249], 828:

18 Hauptmann von Wrochem ] st. des Buches von Wrochem ls. des Buches Alfred von Wrochems.

GA 4, 1920, [250], 544:

19 “Majestätleben ] -lebn - Jidd. Anhängsel für eine liebevolle Anrede.

GA 4, 1920, [256], 553:

18f. der Appetit ... Zuhören ] Parodie des geflügelten Wortes “Der Appetit kommt beim Essen.” -  Büchmann, II, 394f.

35 à la bon coeur! ] st. coeur ls. cœur.

35 à la bon cœur! ] Verballhornung von frz. à la bonne heure - svw. vortrefflich; evtl. nach Gerhart  Hauptmann, Der Rote Hahn, II (“Aller bonkör”).

GA 4, 1920, [259], 560:

41 “le soleil ] Frz. die Sonne.

GA 4, 1920, [260], 562:

79 So viele ... Unrichtigkeiten ] Parodie auf das Wort des Dichters Terenz (185-159) in: Phormio II, 4, 14  (“Quot homines, tot sententiae” - Lat. Wie viele Menschen, so viele Meinungen) - Büchmann, II, 509.

GA 4, 1920, [K 261], 838:

7 Dressel ] Luxuriöses (Wein)restaurant Unter den Linden 50/51; bekannt für seinen Rotwein  (vgl. Baedeker 191921, 7).

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Gesamtausgabe Band 4: Texte 1920

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