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Anmerkungen Teil 3

GA 4, 1920, [106], 212:

1 Am Freitag ] Die Lesung (V 170) fand am 28.5.1920 im Bechsteinsaal (Linkstraße 42) um 20 Uhr statt. Die Programmfolge (s. F 546-550, 3 [Juli 1920]):

 Fackel                                                                            “Aktausgabe”                    “Buchausgabe”                Schriften

I. Vorwort

F 546-550, 21-22

 

 

Mit der Uhr in der Hand

F 437-442, 121 *

 

S 9, 120

Aus den “Letzten Tagen der Menschheit”:

 

 

 

Militärspital

IV, 52 (415-419)

IV, 41

S 10, 539-543

Die beiden Generale

V, 5 (430-431)

V, 5

S 10, 560-561

Erzherzog Friedrich

V, 31 (502-503)

III, 23

S 10, 365-366

Der blinde Soldat

V, 38 (543)

V 40,

S 10, 635-636

Der sterbende Soldat

Epilog: Ein sterbender Soldat (5)

Epilog: Ein sterbender Soldat

S 9, 228; S 10, 731

Ich habe einen Blick gesehn

F 508-513, 20

 

S 9, 225

Brief Rosa Luxemburgs (mit Vorbemerkung)

F 546-550, [5-9], F 546-550, 6

 

 

Absage [September 1918]

F 499-500, 26-27

 

S 9, 226-227

II. Aus den “Letzten Tagen der Menschheit”:

 

 

 

Kriegsarchiv (mit Vorbemerkung)

(F 546-550, 10) IV, 15 (316-324)

III, 9

S 10, 337-345

Inschriften:

 

 

 

Dichterschule

F 544-545, 20-21

 

S 9, 304-305

Das siebente Gebot

F 544-545, 22

 

S 9, 312-313

Schlechter Tausch

F 544-545, 9

 

S 9, 313

Felix Austria

F 544-545, 9

 

S 9, 314

Mord in Ungarn

F 544-545, 10

 

S 9, 363

Sprachenpflege

F 544-545, 23

 

S 9, 344

Legende

F 544-545, 36-37

 

S 9, 301-303

Schnellzug

F 544-545, 38

 

S 9, 355

Alle Vögel sind schon da

F 443-444, 9

 

S 9, 83

Traum vom Fliegen

F 508-513, 22

 

S 9, 276

Der Bauer, der Hund und der Soldat

F 484-498, 141-142

 

S 9, 163-164

Géza von Lakkati de Némesfalva et                Kutjafelegfaluszég

F 521-530, 161-164

 

 

Inschriften:

 

 

 

Umsturz

F 544-545, 8

 

S 9, 351

Immer feste druff

F 544-545, 8

 

S 9, 349

Nibelungentreue

F 544-545, 10

 

S 9, 314-315

    *(V, 26)   *(III, 36)

GA 4, 1920, [106], 213:

30 Höhepunkt des Abends ] Kraus hat das ebenso empfunden: “Der tiefste, je in einem Saal  bewirkte Eindruck war die Vorlesung des Briefes von R o s a  L u x e m b u r g [...]”  (s. F 546-550, 5). Er hat dem Brief eine Einleitung vorangestellt (vgl. F 546-550, 6). Rosa Luxemburg schrieb diesen Brief aus Breslau (“Mitte Dezember”), wohin sie Anfang August  1917 verlegt worden war. In Luckau war Karl Liebknecht inhaftiert. [s. a. Rosa Luxemburg: Briefe aus  dem Gefängnis. Berlin 1946, S. 57-59]. Zur Reaktion auf Rosa Luxemburgs Brief: F 554-556, 6-7 - sowie F 554-556, 7-12.

42f. auf einem Transport abhanden gekommen ] KT spielt auf die Begleitumstände der Verhaftung  Luxemburgs und Liebknechts an (“[..] Rosa Luxemburg kam abhanden und fiel in den  Landwehrkanal” - s. KT GW 2, 1919, 97); ihre Leiche wurde am 31.5.1919 geborgen.

46 “Und Kaiserreiche ... Spitze!” ] Zitat der beiden Schlußzeilen des Gedichts “Umsturz” von Kraus,  das er am 28.5.1920 (V 170) gelesen hat (in: F 544-545, 8 / S 9, 351): “Und es haben Kaiserreiche /  Präsidenten an der Spitze.”.

GA 4, 1920, [K 106], 690:

25ff “Daß der Kaiser ... hereinfällt ... ! ] Kraus: Die letzten Tage der Menschheit , IV, 15 / III, 9 - S 10,  337-345; hier S. 345 - s. a. F 454-456, Beil. und S 5, 188-[191].

GA 4, 1920, [K 107], 693:

87f. Scherz ... Bedeutung ] In der Bibliothek KTs befand sich die Anthologie Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Eine Sammlung. Berlin 1918. (= Der Rote Hahn. Bd. 11) - vgl. KTA, Goder-Stark, 102. Zugleich Untertitel der Zs. Eulenspiegel (vgl. T-B 13, 31.3.1928 [562]).

GA 4, 1920, [108], 218

21f. “dient dem Verkehr ... Neugierige” ] Mit dem (geflügelten) Wort “Die Straßen dienen lediglich  dem Verkehr!” und “Ich warne Neugierige”, auf das KT parodierend anspielt, hatte der Berliner  Polizeipräsident Traugott von Jagow (1865-1941) am 13.2.1910 eine Wahlrechtsdemonstration der  Sozialdemokraten  (am 6.3.1910) verboten (vgl. Büchmann 1914, 344 bzw. 1929, 321 und Büchmann II, 757). (s. a. KT GW 3, 1923, 338 bzw. GW 4, 1925, 17).

GA 4, 1920, [K 108], 693:

12 s. a. Kommentar [216; 29].

GA 4, 1920, [110], 221:

35f. Meßonkel ] Herablassende Bezeichnung für Messebesucher.

GA 4, 1920, [K 112], 697:

9 u. 62 Kafka ] emendiert aus: Kaffka - s. u. 12 Kommentar.

12 Michael Kohlhaas ] Erzählung von Heinrich von Kleist; 1808 als Fragment, 1810 vollst. gedr. -

    Am 9.6.1920 schreibt Max Brod an Franz Kafka: “Liebster Franz - Zuerst zwei Nachrichten, die dich freuen dürften: 1.) In der Weltbühne las Felix (ich nicht) einen großen Aufsatz von Peter Panther [so!] (Tucholski [so!] ?) über deine ,Strafkolonie‘, sehr entzückte Vergleiche mit Kleist u. s. f. [...]”. In:  Max Brod - Franz Kafka. Eine Freundschaft. Briefwechsel. Hg. von Malcolm Pasley. Frankfurt am Main 1989, S. 278.

GA 4, 1920, [118], 236:

78 Mensch beim Leutnant anfing ] s. a. Theodor Fontane an seine Frau Emilie Fontane (6.8.1882 [in: GBA, Abt. Der Ehebriefwechsel, Bd. 3, S.267]): “[...] alle diese Herrn stehn noch auf dem ,verjohrnen‘ Standpunkt, wonach die Menschheit erst mit dem Baron empfängt [!].” - Vgl. ferner Anm. zu diesem Brief in: GBA, Abt. Der Ehebriefwechsel, Bd. 3, S. 653. (Die in der Anmerkung erwähnte Rezension hat in Fontane, Causerien über Theater. Berlin 1905, S. 113, einen abweichenden  Wortlaut - KT war das Fontane-Bonmot mindestens seit seiner Rezension Der alte Fontane [GW 2, 1919, 235-239] bekannt.)

GA 4, 1920, [118], 237:

82 entschuldigen Sie das harte Wort ] Anlehnung an die häufig wiederholte Wendung “Verzeihen Sie das harte Wort!” des “Kriegsberichterstatters” Wippchen, einer von Julius Stettenheim (1831-1916) erfundenen Figur; von KT häufig benutzt - zu Wippchen

s. a. KT an HM, GA, 21 [B 45Q], [B 47Q], [B 51], [B 52Q], [B 55].

 totmüden ] Nicht emendiert zu todmüden.

GA 4, 1920, [K 118], 702:

16 Suwalki ] s. a. Ralf Bülow: “Kurt Tucholsky ,im Felde‘”. In. TB 3. Jg. 1992, H. 2, S. 1-4.

GA 4, 1920, [120], 240:

2 Der alte B. ] Vermutl. Martin Bendix (1843-1915 [zit. n. GA 5, 897]), auf den sich auch SJ beruft  (vgl. BSJ, 23.10.1915, 17; 18.6.192015); sowie SJB, Anm., S. 478).

GA 4, 1920, [126], 259:

119 Ein Zivilisationsliterat? ] Thomas Mann hat dieses Wort auf seinen Bruder Heinrich Mann angewandt  (s. Thomas Mann: Betrachtungen eines Unpolitischen. Berlin 1918. Darin: Der Zivilisationsliterat.  Jetzt in: Thomas Mann: Reden und Aufsätze, Bd. 4, S. 53-68. In: GW in dreizehn Bänden. Frankfurt am Main 1990. Vgl. ferner: Klaus Schröter: Thomas Mann. Reinbek 1964, S. 89  sowie: Klaus Schröter: Heinrich Mann. Reinbek 1967, S. 83f.). Von KT wurde dieses Wort ebenfalls  benutzt (s. KT an HM, 19.7.1935 (GA 21, [B 85; 45], 265).

GA 4, 1920, [136], 281:

104 in Unterhosen ein Held ist ] Nach dem geflügelten Wort “Für einen Kammerdiener gibt es keinen Helden” - Büchmann, II, 600f.

GA 4, 1920, [140], 286:

14 “deutsche Treue” ] Anspielung auf die 2. Strophe des “Deutschlandliedes” - s. a. KT “Deutsch”, GW E 2, 1924, 249-250; zuerst in: WB 30 24.7.1924, 155.

GA 4, 1920, [147], 298:

34 Wunsch... des Militärs ] Parodie des geflügelten Wortes “Der Wunsch ist der Vater des Gedankens” nach Shakespeare, König Heinrich IV.,IV, 5: “Dein Wunsch war des Gedankens Vater, Heinrich.” - Büchmann, II, 434.

GA 4, 1920, [151], 309: 

15 Strumpfgeld ] Prostituiertensold; auch: zusätzl. Trinkgeld einer Prostituierten - s. Ernest Bornemann: Sex im Volksmund. Reinbek 1974. Bd.II, (48.9).

GA 4, 1920, [153], 312:

24f. ausgestopfter Matrose ... Decke ] KT meint wahrscheinl. die Deckenplastik “Preußischer Erzengel” (Heartfield-Schlichter mont.), bei der es sich um einen Schweinekopf aus Pappmaché in  Offiziersuniform mit Stiefeln, Mütze und Bauchbinde (“Vom Himmel hoch, da komm’ ich her”) handelte (s. George Grosz: Berlin - New York. Ausstellungskatalog. Hg. von Peter-Klaus Schuster. o. O. o. J. (Berlin 1994), S. 143 (Katalog IV. 12).

32f. Wenn ... töten könnten ] Evtl. Anlehnung an “Wenn Blicke töten könnten...” - bzw. an das Sprichwort  “Es gibt Blicke, es wären ihrer neun genug zum Tode” (s. Simrock, Nr. 1136) - s. a. Basiliskenblick (Büchmann, II, 561).

GA 4, 1920, [K 153], 733:

34f. Jetzt in: George Grosz: Berlin - New York. Ausstellungskatalog. Hg. von Peter-Klaus Schuster.   o. O. o. J. (Berlin 1994), S. 456f. Titelzeichnung S. 168 bzw. S. 539.

GA 4, 1920, [K 154], 734:

100 st. verfahren ls. Verfahren.

GA 4, 1920, [156], 319:

41 da unten ... fürchterlich ... ] Schiller, Der Taucher (1797): “Da unten aber ist’s fürchterlich, / Und der Mensch versuche die Götter nicht” (Z. 93f.) - Büchmann, I, 243.

GA 4, 1920, [157], 322:

36 Luichen ] Verkleinerungsform von Louis; svw. Zuhälter (s. a. C. F. Trachsel: Glossarium der berlinischen Wörter und Redensarten [...]. Berlin 1873, S. 34: Louis, Begleiter und Beschützer der öffentlichen Dirnen).

GA 4, 1920, [159], 327:

70f. “an denen ... geübt hatte.” ] Zitat aus dem Schluß der Erzählung Immensee (1850) von Theodor Storm. (“Dann rückte er auch den Stuhl zum Tische, nahm eins der aufgeschlagenen Bücher  und vertiefte sich in Studien, an denen er einst die Kraft seiner Jugend geübt hatte.”).

GA 4, 1920, [K 159], 738:

*120ff Doch was ... Pflanze ] Wilhelm Busch: Kritik des Herzens (1874): Sie war ein Blümlein hübsch und  fein; in: Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe. Bearb. und hg. von Friedrich  Bohne. Hamburg 1959, Bd. II, S. 522.

GA 4, 1920, [162], 332:

14 quand même! ] Frz. dennoch, trotz allem.

GA 4, 1920, [162], 333:

40 “restlos”] In den Heeresberichten des (Ersten) Weltkrieges häufig vorkomendes, später dadurch oft benutztes Modewort (vgl. Heinz Küpper: Wörterbuch der Alltagssprache. München 1971. Bd.  II, S. 278.

44f. Rieselt ... Kinomarkts? ] Evtl. Anlehnung an Karl Kraus: Verdrossenheit in der Entente. In: F 484- 498, 209-210; Es rieselt im Gemäuer. In: F 484-498, 211-212.

GA 4, 1920, [K162], 743:

61 Graf Koks ] Scherzh. Adelstitel (Jraf Koks von de Jasanstalt) - s. Der Richtige Berliner 81921, 93.  In: Der Floh (GW 10, 1932, 7 - WB 1, 5.1.1932, 26) unterschreibt “Graf Koks” einen Brief.

GA 4, 1920, [166], 342:

88; 100 Große Zeit ] Ebenfalls von Karl Kraus aufgegriffenenes Schlagwort - s. F 404, 1-19 (“Anrede” vom  19.11.1914 [V 80] in Wien) (S. 5, 9-24) dazu: Kommentierung von Sigurd Paul Scheichl in K-H 50, April 1989, 2-18; der Leserkritik an der Wendung “Wie sie so klein war” (statt: “als”) begegnete Kraus in F 668-675, 98 (S 7, 98f.); s. a. Kraus: Die letzten Tage der Menschheit I, 4 (S 10, 86). KT benutzte das Schlagwort häufig in ironischer Weise: GW 2, 1919, 244; [170; 7], 349; [183; 11], 385;  [188; 52], 398; [200; 25f.], 424; [200; 103], 426; [201; 9f.], 427; [216; 58], 458.

110 ein Gesetz ] Bevor das Gesetz über die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht in Kraft trat, galt uneingeschränkt Art. 133 Abs. 2 der WRV: “Die Wehrpflicht richtet sich nach den  Bestimmungen des Reichswehrgesetzes.”

GA 4, 1920, [K 166], 747:

71 Ganghofer ] Zur Kriegsberichterstatter-Tätigkeit s. Karl Kraus. Die letzten Tage der Menschheit, II, 9 / I, 23 - S 10, 167-174; Kraus hat die Szene “Wilhelm und Ganghofer” auf der von KT am  20.1.1920 besuchten Lesung (V 155) vorgetragen; s. [16].

GA 4, 1920, [168], 344:

0 Der Bürgergeneral ] Gleichnamiges Lustspiel in einem Aufzuge von Goethe (1793). In: WA I. 17, (251)-308; s. bes. 276, Z 7ff (“Es ist doch curios, daß jetzt die schlimmsten  Leute immer in die Höhe kommen.”). - s. a. [226; 15] und GA 1, 1907-1913, [101], 173-174.

GA 4, 1920, [172], 356:

75 eine Katze genannt ] Geflügeltes Wort. “J’appelle un chat un chat et Rolet un fripon”.  (Ich nenne eine Katze eine Katze und Rolet einen Schurken - svw. Das Ding beim rechten Namen nennen) - Büchmann, II, 400. s. [76; 37f.]

GA 4, 1920, [174], 362:

36 Manuscripte noch zweiseitig ] Zu den Vorwürfen, die SJ gegenüber KT wegen dessen schlechten Briefpapiers erhob, s. SJB, 30.7.19197), 54; 3.8.19192), 54; 23.5.1924 1., 174.

GA 4, 1920, [K 174], 756:

16 Reinhardt ] s. a. Siegfried Jacobsohn: Max Reinhardt. Berlin 1910 - 4./5. vollst. veränd. Aufl. 1921.

28 Gussy Holl ] Fotos zeigen Gussy Holl zusammen mit KT in Richard von Soldenhoff: Kurt Tucholsky 1890-1935. Ein Lebensbild. Berlin 1985, S. 74 und S. 75. - s. a. Briefe an Hans Erich Blaich in AB 1, 16.3.1919, 68 und AB 1, 27.5.1919, 70; sowie SJB, 16.7.19192), 42f. (SJ verbietet KT scherzhaft, die  Diseuse namentlich zu erwähnen.).

35 Claire ] Zu Else Weil s. [102, 22f. K]

GA 4, 1920, [182], 385:

107f.  Auge ... wacht ] Anlehnung an Schiller, Das Lied von der Glocke (1799) (“Denn das Auge des Gesetzes wacht.” - Z 299). - Büchmann, I, 252.

GA 4, 1920, [K 182], 764:

57 “das ... darf ] st. Erlebnis ls. Erlebnis.

GA 4, 1920, [183], 386:

55 Nacht ... strahlen ] Parodie auf das geflügelte Wort “Nacht muß es sein, wo Friedlands Sterne strahlen.” aus Schiller, Wallensteins Tod, III, 10 (V 1743).

GA 4, 1920, [185], 392:

21 Bild der sechs Volksbeauftragten in: Fragen an die deutsche Geschichte. (Ausstellungskatalog - Sonderausgabe) Bonn 1990, S. [245].

28f. Krippe ... Kindlein ] Wortspiel, bei dem - neben dem Weihnachtslied Ihr Kinderlein, kommet -  an die Beziehung zur “Futterkrippe” gedacht werden kann.

GA 4, 1920, [188], 400.

111 jeder Mann ... Feldwebel ] Anlehnung an die aus vier Seiten bestehende, nach Erscheinen sofort  verbotene Zeitschrift “Jedermann sein eigner Fussball” aus dem 1917 von Wieland Herzfelde gegründeten Malik-Verlag. Abb. der “Fussball”-Titelseite (1. Jg. - Nr. 1 vom 15.2.1919) in:  George Grosz: Berlin - New York. Ausstellungskatalog. Hg. von Peter-Klaus Schuster.   o. O. o. J. (Berlin 1994), S. 136 (VIII. 5) bzw. in: John Heartfield. Köln 1991, 7a (Nr. 174 ) und in: Ulrich Faure: Im Knotenpunkt des Weltverkehrs. Herzfelde, Heartfield, Grosz und der  Malik-Verlag 1916-1947. Berlin und Weimar 1992, S. [93]. (Zur Geschichte der Zeitschrift S. 92-99).

 Nach Walter Mehring (s. Walter Mehring: Verrufene Malerei. Berlin DADA. Düsseldorf 1983, S. 179) “stehende Redensart zur Verhohnepiepelung des Obrigkeitshumbugs” - von KT häufig in Variationen benutzt: “Jedermann sein eigner Globus (GA 5, 1922, [106; 137], 249); “jedermann sein eignes Gespenst” (Auf der Sternwarte. In: TB 13, Okt. 1994, 10; zuerst in: 8-Uhr-Abendblatt, 172, 26.7.1923, [3]); “Jeder Mann seine eigene Erde” (GW 6, 1928, 22); “jeder sein eigner Unterleib” (GA 14, 1931, [51; 517f.], 162 / Su. 82; “Jeder sein eigener Horst Wessel” (an HM. In: GA 20, 21.9.1934, [B 214; 54], 414).

GA 4, 1920, [190], 407:

89f. Helenen ... Vertiefung ] Parodie auf Goethe, Faust I, Hexenküche, (“Du siehst mit diesem Trank im  Leibe / Bald Helenen in jedem Weibe.”), WA I.14, 127 (V 2603f.) - HA 3, 84 - Büchmann, I, 193.

GA 4, 1920, [K 190], 770:

0 st. Sophien-Ausgabe ls. WA I.5.2, [345]-350. Kommentar S. 350-352.

GA 4, 1920, [K 190], 771:

59 rein und unbefangen ] st. Gesteh ls. Gesteh’

 In WA I.5.2, 349 (V 133-136): Und als ich endlich sie zur Kirche führte, / Gesteh’ ichs’ nur, vor Priester und Altare, / Vor deinem . . . . . . . . . . . / Verzeih mir’s Gott, es regte sich der Iste.

 Kommentar zu V. 135 (in WA I.5.2, 352): “die Ergänzungen des Verses in den Nachdrucken  entbehren einer sicheren Gewähr [...] - “Vor deinem Kreuze selbst o Jesu Christe,”.

100ff. “Es ... Hauptsache.” ] Arthur Schopenhauers Werke in fünf Bänden. Nach den Ausgaben letzter Hand.
 
Hrsg. von Ludger Lütkehaus. Zürich 1988 bringt (nach “[...] verstanden wird.” [Z 104]): “Die Hauptrolle, die jener Akt und was ihm anhängt in der Welt spielt indem überall Liebesintriguen einerseits betrieben und andererseits vorausgesetzt werden, ist der Wichtigkeit dieses punctum saliens  des Welteies ganz angemessen.” Bd. II, 664 - punctum saliens - Lat. svw. springender Punkt.

st. [82], 7 ls. [80], 7.

st. [114], 3 ls. [112], 3.

GA 4, 1920, [201], 427:

24f. las mans anders ] Anspielung auf Schiller, Wallenstein, Piccolomini, IV, 7 (Z 2247): “Ich merkt’ es wohl, vor Tische las man’s anders.” - Büchmann, I, 254.

GA 4, 1920, [K 201], 782:

46 Richter und Henker ] Karl Kraus hat erstmals 1908 mit dieser Zwillingsformel ein geflügeltes Wort  parodiert (s. F 242-243, 11); es stammt von Karl Musäus (1735-1787) (vgl. Büchmann, I, 166f.). Kraus hat der von ihm geprägten Umformulierung (aus: “Volk der Dichter und Denker”) eine hohe  Bedeutung beigemessen (vgl. F 252, 1 - S 2, 83), indem er es in seine Aphorismussammlung (Sprüche  und Widersprüche. München 1909 - S 8, 159 [= A 504]) übernahm und in dem Gedichtband Worte in Versen III. Leipzig 1918, S. 61 u. d. T. Inschriften - In eigener Regie (aus: F 472-473, 14 - S 9, 187) begründete: “Die Deutschen sind das Volk der Dichter und / Denker. / Drum eben nannt’ ich sie das Volk der Richter und / Henker.” Außerdem hat Kraus die Parodie in sein Drama Die letzten  Tage der Menschheit (I, 29 - S 10, 200) eingearbeitet und in der Dritten Walpurgisnacht (S 12, 41)  zitiert.

GA 4, 1920, [202], 432:

93 Spion ] In die Wohnungstür eingearbeitetes Guckloch.

GA 4, 1920, [K 202], 783:

20 st. Wilhelm ls. Wilhelms.

GA 4, 1920, [207], 442:

44f. Weltverbesserern ... Brief zu frankieren ] Theodor Fontane klagte in einem Brief vom 8.6.1878 an seine Frau Emilie Fontane “[...] jeder generalstäblert, schlägt Schlachten auf dem Papier und kann  keine Sektion über den Rinnstein führen.”. (s. GBA, Abt. Der Ehebriefwechsel, Bd. III, S. 108.)

GA 4, 1920, [211], 449:

21 Themis ] Thémis - (Erste) Gattin des Zeus; Göttin der Ordnung und der Sitte; Vertreterin des göttlichen Rechts, bes. des Gastrechts.

GA 4, 1920, [213], 451:

9 ... aus seiner roten Weste heraus ] Anspielung auf Arthur Schopenhauer: “Aus seiner Individualität  kann keiner heraus.” (s. Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit. Hrsg. von Arthur Hübscher. Stuttgart 1963, S. 20).

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Gesamtausgabe Band 4: Texte 1920

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